Krister Henriksson & Martin Tingvall - Schwedische Poesie am Klavier

 

 

Krister Henriksson (liest)
Martin Tingvall (Piano)



Jazz

 

       

 

  

Im Jahr 2011 wurde der schwedische Lyriker Tomas Tranströmer mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Mit seiner an ungewöhnlichen Bildern reichen Poesie erfasst er das Land und seine Menschen wie kein Anderer. Tranströmer war nicht nur ein begnadeter Schriftsteller, sondern auch ein begabter Pianist. In seinen Gedichten wird Klavierspiel und Musik desöfteren genannt und er gab auch Konzerte. Nachdem Tranströmer 1990 einen Schlaganfall erlitten hatte, spielte er bei einigen Auftritten nur noch Stücke mit der linken Hand. Da er selber nicht mehr lesen konnte, las sein Freund der Schauspieler Krister Henriksson bei diesen Gelegenheiten Tranströmers Gedichte. Im März 2015 verstarb Tomas Tranströmer im Alter von 83 Jahren.

Erstmalig wird nun Martin Tingvall mit seiner Musik den bekannten Schauspieler Krister Henriksson bei der Lesung von Tranströmers Gedichten begleiten. Die beiden Schweden gestalten den Abend in einem Wechsel aus Lyrik, Prosa und Musik. Die Uraufführung findet im April im Schauspielhaus Hannover statt.
 

 
  

Der schwedische Lyriker Tomas Tranströmer wurde 1931 in Stockholm geboren, wo er im März 2015 auch starb. 2011 wurde Tomas Tranströmer, der als der Lyriker Schwedens gilt, der mit seiner an ungewöhnlichen Bildern reichen Poesie die Eigenart dieses Landes und seiner Menschen am genauesten zu erfassen vermochte, mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet. Sein in mehr als 50 Sprachen übersetztes Gesamtwerk, das er 1954 als 23-Jähriger mit der Gedichtsammlung „17 dikter“ (17 Gedichte) begann, umfasst zwölf schmale Gedichtbände mit einem Gesamtvolumen von weniger als 500 Seiten. Sie gehören zur Weltliteratur. Im November 1990 erlitt Tranströmer, der in seinem Hauptberuf Psychologe war und lange an einer Haftanstalt für Jugendliche arbeitete, einen Schlaganfall, der eine halbseitige Lähmung und Aphasie zur Folge hatte. Nach einer längeren Rehabilitation war Tomas Tranströmer, der außerdem ein leidenschaftlicher Pianist gewesen war, wieder in der Lage, zu schreiben. Seine Frau Monica half ihm bei der Bearbeitung von Textentwürfen, die nach dem Schlaganfall kürzer wurden und die Gestalt von Haikus bekamen. Thomas Steinfeld schreibt 2011 in der Süddeutschen Zeitung: „Der Dichter Tomas Tranströmer beherrscht nicht nur die Kunst, eine Erfahrung in ein sehr knappes Bild zu fassen, in aller Gelassenheit (weil er weiß, dass er die eigene Erfahrung ohnehin nicht vermitteln kann, und alle Aufregung ist ihm sowieso fremd): er verfügt auch über die Fähigkeit, sie so zu verwandeln, dass im Leser ein anderes, aber eng verwandtes Bild entsteht. Als er noch sprechen konnte, versuchte er hin und wieder zu erklären, was es mit dieser Verwandlung auf sich hat, in der ihm eigenen lakonischen Sprache: >>Es geht darum, einen eiskalten Leser zu wärmen. Er ist ja nicht bereit. Alle Wärme muss sich im Text finden… Man darf nichts voraussetzen<<“. (SZ 07.10.2011)

 

Krister Henriksson wurde in Häverö bei Stockholm geboren. Krister Henriksson gehört in Schweden seit Jahrzehnten zu den populärsten Theater-, Film- und Fernsehschauspielern. In Deutschland wurde er erst durch seine herausragende Verkörperung von Henning Mankells Kommissar Wallander bekannt, den er zwischen 2005 bis 2013 in 32 Filmen sehr erfolgreich spielte. Zu Beginn seiner Karriere machte sich Henriksson zunächst einen Namen als Theaterschauspieler und hatte 1973 seinen Durchbruch als Peer Gynt am Stockholmer Stadttheater. Seit Anfang der 90er Jahre gehörte er zum Ensemble des  Königlich Dramatischen Theaters (Dramaten) in Stockholm. In den vergangenen Jahren spielte Krister Henriksson wieder sehr erfolgreich Theater: 2010 in Stockholm war er Willy Loman im „Tod eines Handlungsreisenden“, mit dem Ein-Personen-Stück „Doktor Glas“ von Hjalmar Söderberg gastierte er 2013 auch im Wyndham’s Theatre in London, 2015 war er am Stadttheater Göteborg, dem ältesten Theater Schwedens, sehr eindrucksvoll Karlsson vom Dach in der musikalischen Familien-Inszenierung nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Astrid Lindgren. Seit den 70er Jahren drehte Krister Henriksson zahlreiche Kino- und Fernsehfilme und war in schwedischen TV-Serien zu sehen. Für seine darstellerischen Leistungen wurde er zweimal mit dem schwedischen Filmpreis Guldbagge ausgezeichnet, beide Male führte Lisa Ohlin Regie (1998 für „Veranda för en tenor“, 2005 für „Sex hopp och kärlek“). Zeitweise war der Schauspieler Mitbesitzer des Stockholmer Vasa-Theaters, außerdem unterrichtete er an der Stockholmer Theaterhochschule Szenische Gestaltung und ist der schwedische Hörbuchsprecher der Harry-Potter-Romane.

 

Martin Tingvall wurde in der südschwedischen Provinz Schonen geboren. Nach dem Besuch eines Musikgymnasiums studierte er an der Hochschule für Musik in Malmö Jazzklavier, Komposition und Improvisation. Zwischendurch absolvierte er ein Auslandssemester in Holland an der Hochschule für Musik in Groningen. 1999 schloss Martin Tingvall sein Studium in Malmö mit einem Diplomkonzert ab und zog daraufhin nach Hamburg, wo er seitdem als Musiker, Songwriter und Komponist lebt und arbeitet. 2003 gründete Martin Tingvall gemeinsam mit dem Bassisten Omar Rodriguez Calvo und dem Schlagzeuger Jürgen Spiegel das Tingvall Trio, das seitdem fünf Studio- und ein Live-Album herausgebracht hat. Das Trio wurde bereits mit drei ECHOs  ausgezeichnet und hat sich mittlerweile auch in der internationalen Jazzszene erfolgreich etabliert. 2012 erschien mit „En ny dag“ Martin Tingvalls erstes Solo-Album, dem 2015 mit „Distance“ die zweite Solo-Piano-Einspielung folgte, der die Inspiration durch eine Island-Reise voranging. Martin Tingvall komponiert nicht nur für Solo-Piano und sein Trio, sondern ist auch als Songwriter für andere Künstler (u.a. Udo Lindenberg) tätig und komponiert Filmmusiken (u. a. für den Kölner und Dortmunder Tatort). „Keith Jarrett setzt sich hin und improvisiert eine Stunde lang oder so, und dabei kommt tolle Musik heraus, weil er ein Genie ist“, stellt Martin Tingvall ohne Neid fest. „So bin ich nicht. Aber mir macht es mittlerweile auch mehr und mehr Spaß, mehr Freiheit in meiner Musik zuzulassen.“

 
  

"Martin Tingvall taucht die Szene in eine melancholische Stimmung. Nachdenklich perlt die Musik aus dem Flügel, empfindsam. Dann wieder glasklar wie ein Quellbach in Nordschweden. Krister Henriksson nimmt den Duktur auf. Unaufgeregt und zugleich intensiv interpretiert er Tomas Tranströmers Gedichte. [...] Mit Martin Tingvall findet Krister Henriksson an diesem Abend den richtigen Rhythmus, wenn sich Passagen mit Eindrücken von Tranströmer auf Deutsch, von seinen Gedichten auf Schwedisch mit der sinnlichen Sprache der Musik mischen. Ein sehr persönlicher Abend." NDR

"Auch die beiden Interpreten tragen zum außergewöhnlichen Niveau des Abends bei. Krister Henrikssen, in Deutschland aus Wallander-Verfilmungen bekannt, ist einer der populärsten schwedischen Theaterschauspieler. Vor allem war er jedoch ein Freund Tranströmers, lieh ihm in den Jahren nach dessen Schlaganfall seine Stimme und lernte, mit und in dessen Worten zu leben. Er lässt keinen Zweifel daran, dass er liebt, was er liest. So gelingt ihm ein verdichtetes Vortragen ohne jeden Pathos. Henrikssen macht die oft bis zur Lakonie reduzierten Texte mit ihren präzisen Bildern erlebbar, zärtlich und mit größtem Respekt. Unterstützt wird er auf der Bühne vom jungen schwedischen Jazzpianisten Martin Tingvall, dessen brillante Klavierstücke keinesfalls illustrieren. Sie erweitern vielmehr das Klangspektrum des Abends, selbstbewusst und einfühlsam. Sie verdeutlichen die grundlegende Nähe von Musik und Worten. Dabei verjüngen sie mit sich überstolpernder Lebendigkeit, verschmitzter Dynamik und radikaler Offenheit den reifen Klang der Worte. Im Stehen applaudiert das Publikum am Ende dem Duo. Mehr davon." Hannoversche Allgemeine Zeitung

"Die Gedichte liest [Krister Henriksson] in seiner Muttersprache vor. Im Programmheft stehen die Übersetzungen, allerdings nicht in vorgetragener Reihenfolge, sodass man auf Schlagworte achtet, um das jeweilige Werk finden zu können. Hat man sich erstmal an dieses Spiel gewöhnt, ist die Lyrik ein Genuss, lieblich eingebettet in Tingvalls Spiel. Der hat Tranströmer am Vorabend der Premiere erstmals gelesen und findet die Poesie "sehr musikalisch". Ganz Ohr ist der Saal, man hört jedes Blättern, zwei Virtuosen ihres Fachs sind hier am Werk und geben sich ihrem Material hin. [...] Tingvall spielt zwischen den Worten lebendig und gefühlvoll." Neue Presse Hannover
 

 
  

Im Jahr 2011 wurde der schwedische Lyriker Tomas Tranströmer mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Mit seiner an ungewöhnlichen Bildern reichen Poesie erfasst er das Land und seine Menschen wie kein Anderer. Tranströmer war nicht nur ein begnadeter Schriftsteller, sondern auch ein begabter Pianist. In seinen Gedichten wird Klavierspiel und Musik desöfteren genannt und er gab auch Konzerte. Nachdem Tranströmer 1990 einen Schlaganfall erlitten hatte, spielte er bei einigen Auftritten nur noch Stücke mit der linken Hand. Da er selber nicht mehr lesen konnte, las sein Freund der Schauspieler Krister Henriksson bei diesen Gelegenheiten Tranströmers Gedichte. Im März 2015 verstarb Tomas Tranströmer im Alter von 83 Jahren.

Erstmalig wird nun Martin Tingvall mit seiner Musik den bekannten Schauspieler Krister Henriksson bei der Lesung von Tranströmers Gedichten begleiten. Die beiden Schweden gestalten den Abend in einem Wechsel aus Lyrik, Prosa und Musik. Die Uraufführung findet im April im Schauspielhaus Hannover statt.

 
 

 

 

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13.04.2016 - Hannover - Schauspiel
 

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